Der 8. Schulungskurs ist abgeschlossen. 10 Kursteilnehmer erhalten heute Ihre Zertifikate. Ich denke nochmal zurück an die ersten Kennenlerngespräche im Büro.

Verschiedene Menschen mit ganz unterschiedlichem Hintergrund trafen sich während eines dreiviertel Jahres, um sich mit Themen zu Abschied und Sterben auseinander zu setzen. Eine große Aufgabe für uns mit hohem Anspruch bei diesem sensiblen Thema. Ihr brachtet die Bereitschaft mit, zu lernen und euch mit neuem Wissen auseinanderzusetzen, zu diskutieren, zu fragen und Zeit für ein Praktikum zu investieren. Mit der Zeit lernten wir uns kennen. Die Gespräche wurden reger. Manchmal war es dran, das Hinhören zu lernen: Was meint der andere, der vielleicht ein bisschen stiller ist, dazu. Auch das ist ein wichtiger Aspekt dieser Schulung – Zuhören können und „Schweigen“ aushalten.

Das, was wir besprachen bewegte uns. Es ging ja immer um existentielle Dinge in Bezug auf Leid und Sterben.

Nun ist es an der Zeit, evtl. in diese Arbeit einzusteigen und selbst dabei zu sein, wenn Menschen sich aus dem Leben verabschieden. Das braucht Mut.

Was wir euch noch beibringen möchten, ist, bei allem Tun gut für Euch selbst zu sorgen. Denn wir können nur einen guten „Job“ machen, wenn es uns gelingt, nicht in der Not anderer Menschen unterzugehen, sondern die eigene Balance zu erhalten. Wie viel Nähe kann ich zulassen, um selbst gesund und stark zu bleiben, wo brauche ich Distanz. Dabei werden wir Euch weiter begleiten.

Wir möchten uns heute bei euch und bei allen ehrenamtlichen Mitarbeitern für euer Vertrauen, eure Offenheit und euer Engagement bedanken. Schön zu sehen, dass aus dieser Gruppe ehemals fremder Menschen ein wunderbares Team geworden ist, das in Zukunft bei unseren regelmäßigen Treffen offen über  Nöte und Sorgen und auch eigene Bedürfnisse reden kann und hoffentlich neuen Mut und Kraft mit nach Hause nimmt.

 Doris Pitzer zum Einführungsgottesdienst des 8. Kurses am 11. November 2015

 

einführung helfer hospizdienst 2015 gladenbach 002