Stationäre Hospize sind Einrichtungen, in denen schwer kranke Menschen mit begrenzter Lebenserwartung bis zum Ende ihres Lebens gepflegt und begleitet werden. Menschen, bei denen eine Heilung ihrer Erkrankung nicht mehr möglich ist. Wenn eine Krankenhausbehandlung nicht notwendig, die Pflege zu Hause aber nicht gewährleistet ist, gibt es die Möglichkeit, die verbleibende Lebensspanne in diesem geschützten Raum zu verleben. Hospize sind klein, haben in Deutschland häufig sechs bis zwölf Betten. Es herrscht eine familiäre Atmosphäre. Zum Team gehören speziell ausgebildete Pflegekräfte, Palliativmediziner, Ehrenamtliche, Seelsorger, Physiotherapeuten und hauswirtschaftliches Personal. Hausärzte bleiben häufig für ihre Patienten zuständig. Angehörige und Freunde können jederzeit im Hospiz mit übernachten und ihren erkrankten Lieben nahe sein.

Ambulante Hospizdienste sind gemeinnützige Einrichtungen. Qualifizierte ehrenamtliche Hospizhelferinnen und Hospizhelfer besuchen in regelmäßigen Abständen zu Hause oder in stationären Einrichtungen Personen mit lebensverkürzenden und schweren Erkrankungen, um sie psychosozial zu unterstützen. Sie sind da, wenn ein Ansprechpartner gebraucht wird und bringen oft mit ihrer Erfahrung Ruhe für Familien in Krisensituationen. Dabei werden die Hospizhelferinnen und Hospizhelfer von professionellen Koordinatorinnen eingesetzt und unterstützt.

Palliativ kommt vom lateinischen Begriff „Pallium“ und bedeutet Mantel. Im hospizlichen Kontext wird der Mensch ganzheitlich mit seinem Leiden, seinen Ressourcen, mit seiner Psyche, Seele und Individualität gesehen und begleitet. Im Vordergrund steht Lebensqualität. Die Begleitung ist auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtet. Dies beinhaltet auch die Unterstützung der Angehörigen. Im Gegensatz zum kurativen Ansatz konzentriert sich die palliative Versorgung nicht mehr auf Therapie um jeden Preis, wenn Heilung unmöglich geworden ist. Ziel ist nicht mehr die Heilung, stattdessen aber eine Stärkung der Lebensqualität durch Linderung der Symptome.

Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) wird verordnet, um schwerstkranken und sterbenden Patienten in häuslichem oder stationären Umfeld eine gezielte, auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Versorgung und Begleitung zu ermöglichen. Palliativärzte, Palliativpflegekräfte und Hospizdienste arbeiten eng zusammen. 24stündige Erreichbarkeit an sieben Tagen in der Woche ist durch geschulte und erfahrene Teams gewährleistet. SAPV kann als alleinige Beratungsleistung, Koordinationsleistung, Teilversorgung oder vollständige Patientenversorgung verordnet werden.

Organisiertes Ehrenamt im Hospizdienst: Hospizhelferinnen und Hospizhelfer sind in einem Schulungskurs nach § 39a SGB V ausgebildet und erhalten ein Zertifikat. Koordinatorinnen setzen sie ein und arbeiten in enger Rücksprache mit ihnen. Auch nach Erhalt des Zertifikats nehmen sie regelmäßig an Schulungen, Supervisionen und Fallbesprechungen teil. Als Mitglieder der Organisation sind sie während ihres Einsatzes im Hospizdienst versichert. Die Schweigepflicht ist für jeden verbindlich.

Ambulante Ethikberatung dient dazu, in ethisch schwierigen Behandlungs- und Betreuungsfragen z.B. am Lebensende, unter der Gesprächsleitung durch einen Ethikberater Entscheidungen zu treffen, die dem Willen des betroffenen Erkrankten entsprechen. Dies mit dem Ziel, dass alle gemeinsam das gleiche Behandlungsziel haben. So kann Ruhe in konfliktreiche Lebenssituationen gebracht werden zum Wohle des Patienten. Sowohl Angehörige, Pflegekräfte, Betreuerinnen/ Betreuer, Ärzte und auch die Betroffenen selbst können Ethikberatung anfragen.