Der neue Schulungskurs mit Vorstandsmitgliedern
Der neue Schulungskurs mit Vorstandsmitgliedern

Zur Einführung der Absolvent*Innen des Hospizschulungskurses am 05.11.2017 in der Martinskirche, Gladenbach

Der 9. Schulungskurs seit der Gründung unseres Hospizdienstes im Jahr 2004 ist abgeschlossen. 86 Hospizbegleiter wurden seitdem im Laufe der Jahre ausgebildet. Viele von Ihnen sind heute noch aktiv, einige sind nicht mehr unter uns. Doch 61 aktive Hospizbegleiter sind eine stattliche Zahl und nun kommen sieben von neun Schulungsteilnehmer*innen als ehrenamtlichen Mitarbeiter*Innen hinzu. Das zeigt, wie lebendig und in Bewegung Hospizarbeit ist.

Verschiedene Menschen mit ganz unterschiedlichem Hintergrund trafen sich regelmäßig, um sich mit dem Verlust des Lebens, Abschied und Sterben auseinander zu setzen. Für uns ist es eine große Aufgabe, dieses Thema sensibel zu transportieren. Sie haben sich darauf eingelassen und die Bereitschaft gezeigt, zu diskutieren, zu hinterfragen und Zeit neben den beruflichen und privaten Tätigkeiten für ein Praktikum einzubringen.

In dieser Zeit ist aus ehemals fremden Menschen eine Gruppe geworden. Uns wurde vertraut. Jeder brachte eigene Erfahrungen ein. Erfahrungen, die uns in unserem Innersten geprägt, über die wir vielleicht lange nicht gesprochen hatten. Das bewegte uns. Wir fragten uns: „Können wir Menschen mit anderen Lebenseinstellungen nicht nur tolerieren sondern auch akzeptieren und Ihnen die entsprechende Wertschätzung entgegen bringen?“ Wichtig ist es dabei, Hinhören zu lernen. – Zuhören zu können und auch „Schweigen“ auszuhalten. Das hilft uns, sensibel zu sein, um eine wirkliche Unterstützung für schwerstkranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen zu werden?

Was wir euch noch beibringen möchten, ist, bei allem Tun gut auf euch selbst zu achten. Denn wir können nur eine gute „Arbeit“ machen, wenn es uns gelingt, nicht in der Not anderer Menschen unterzugehen, sondern die eigene Balance zu erhalten.

Es ist nun an der Zeit, diesen Dienst zu beginnen und selbst dabei zu sein, wenn Menschen sich aus dem Leben verabschieden müssen. Dabei werden Susanne Schneider und ich euch begleiten. Wir freuen uns auf manchen Austausch in unseren zukünftigen Treffen, auf eure Impulse und Erfahrungen.

Wir bedanken uns heute bei euch, aber auch bei allen 61 ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, für das Vertrauen, eure Offenheit und euer Engagement. Das ist nicht selbstverständlich, es ist sehr, sehr wertvoll.

Mit einem Zitat von Virginia Satir möchte ich schließen: „Ich glaube daran, dass das größte Geschenk, das ich von jemanden empfangen kann, ist, gesehen, gehört, verstanden und berührt zu werden. Das größte Geschenk, dass ich geben kann, ist, den anderen zu sehen, zu hören, zu verstehen und zu berühren.“ (Doris Pitzer)